Meditationsmethoden


 

Ruhemeditation (Samatha)

 

In der Ruhemeditation richtet sich die Achtsamkeit auf ein gewähltes Meditationsobjekt, meist ist dies der Atem. Auftretende Gedanken werden losgelassen und der Geist wieder auf den gegenwärtigen Augenblick des Empfindens des Meditationsobjektes gerichtet. Samatha bedeutet ein ruhevolles Verweilen des Geistes auf einem Objekt. Wenn die Aufmerksamkeit schließlich unabgelenkt, einspitzig, auf dem gewählten Objekt ruht, treten Sinneswahrnehmungen in den Hintergrund und es ist möglich tiefe Zustände der Sammlung (Jhana) zu entfalten.

Einsichtsmeditation (Vipassana)

 

Vipassana bedeutet Einsicht oder klare Sicht, also die Dinge genau so sehen wie sie wirklich sind. In der Einsichtsmeditation richtet man die Achtsamkeit auf das Entstehen und Vergehen aller auftauchender Phänomene.  Das Ziel ist dabei nicht die Ruhe oder Sammlung des Geistes, sondern die Erkenntnis der Daseinsmerkmale Vergänglichkeit, Unzulänglichkeit, Substanzlosigkeit aller dabei beobachteter Vorgänge.

Liebende Güte Meditation (Metta)

 

Liebende Güte (Metta) ist der Wunsch, dass alle Wesen einschliesslich sich selbst glücklich sein mögen. Die Meditation besteht darin, eine innere Haltung des Wohlwollens und der liebenden Güte im eigenen Herzen zu entwickeln und zu entfalten. Dies geschieht mittels erzeugten Bildern von z.B. Lichtstrahlen oder mittels Sätzen wie „Mögest du glücklich sein“. Dabei beginnt man bei sich selbst, also dem Wunsch nach Wohlergehen für sich selbst und weitet diese Wünsche stufenweise aus: Familie, Freunde, neutrale Personen, schwierige Menschen, alle Wesen.

 Gehmeditation

 

Ebenso wie bei der Meditation im Sitzen ist auch hier die Achtsamkeit auf den gegenwärtigen Moment gerichtet. Meditationsobjekt ist hier die Bewegung des Gehens, also das Anheben, Vorwärtsbewegen und Absenken des Fusses. Dabei werden die Veränderung des Gewichts auf der Fusssohle ebenso wie die Bewegung bewusst wahrgenommen. Auftretende Gedanken werden losgelassen und die Aufmerksamkeit wendet sich wieder dem Meditationsobjekt zu. Hilfreich ist es, eine ebene Gehstrecke zu wählen, und auf dieser für den gewählten Zeitraum langsam Hin und Her zu gehen.

Achtsames Stehen

 

Achtsames Stehen kann als eigene Meditationsmethode verwendet werden, ebenso auch eingeflochten werden an den Umkehrpunkten der Gehmeditation. Das Stehen ist dabei aufrecht und entspannt, das Gewicht des Körpers gleichmäßig verteilt auf beide Füße. Der ganze Körper wird wahrgenommen, auf kleine Bewegungen geachtet, Verspannungen losgelassen und Füße und Erde das Gewicht des Körpers tragen gelassen.